Im Februar 2026 haben wir uns mit dem Kreisschülerrat (KSR) zusammengesetzt haben, um von Ihrer Arbeit, Wünschen und Problemen zu hören (zum Beitrag). Eine zentrale Forderung war, dass ihre ehrenamtliche Arbeit zumindest insoweit vergütet wird, als dass der Kreis für Material- und Fahrtkosten ein Budget zur Verfügung stellt. Bisher stünde ihnen nichts zu.
Unser Antrag im Kreistag im März 2026, in dem wir genau das forderten, fand eine breite Mehrheit und wurde lediglich von der AfD abgelehnt. Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass dem KSR längst Gelder bereit gestellt wurden. Zunächst waren es 5.000€ im Kreishaushalt, später wurde das Budget auf 1.000€ eingekürzt, da die Gelder nie abgerufen wurden. Und hier wird das Problem deutlich: Die Schüler*innen, die sich im KSR engagieren, wussten nichts von den ihnen zustehenden Geldern und auch nicht wie man sie anfordern konnte. Die Besetzung des KSR ändert sich häufig, da gerade die älteren Schüler*innen die Schule verlassen und ihren Posten aufgeben müssen. Daher halten wir es für wichtig, dass eine Instititution wie die Kreisverwaltung Strukturen aufbaut, die die Schüler*innen nachhaltig über ihre Möglichkeiten und über formelle Vorgänge informiert.
Entsprechend haben wir dann im Kreistag im Mai 2026 einen Antrag auf strukturelle Einbindung des KSR gestellt. Dieser führte für CDU, FDP und BfS zu weit (die AfD lehnt die Institution KSR grundsätzlich ab). Sie forderten die Verweisung in den Ausschuss, dem stimmte die Mehrheit des Kreistages zu.
Unseren Antrag könnt ihr im Folgenden lesen:
Nachhaltige Strukturen zur dauerhaften Unterstützung des Kreisschülerrates im Landkreis Vorpommern-Rügen
Beschlussvorschlag:
Die Kreisverwaltung wird beauftragt, ein Unterstützungs- und Kommunikationskonzept für den Kreisschülerrat (KSR) zu erarbeiten und umzusetzen. Das Konzept umfasst:
- die Definition einer festen Ansprechstelle in der entsprechenden Fachabteilung, die die Schüler*innen bei Fragen beraten
- die Erstellung einer standardisierten Informations- und Antragsvorlage für finanziel- le Leistungen (Fahrt-, Material- und Veranstaltungskosten), formellen Abläufen und den wichtigsten Kontaktdaten
- eine Schulung der neu-einsetzenden KSR-Mitglieder in formellen Abläufen durch die Fachstelle.
Begründung:
Im vergangenen Kreistag wurde ein Budget für die Arbeit des KSR gefordert, da die Schüler*innen, die im KSR aktiv sind, annahmen, dass sie ihre Fahrt- und Materialkosten selber tragen müssen. Sie wussten nichts, von dem ihnen zustehenden Budget.
Es hat sich dann gezeigt, dass es bereits seit Jahren eine entsprechende Haushaltsstelle gibt. Laut Aussagen der Fachstelle wurden die Gelder aber selten abgerufen, wodurch sich die Höhe der Kostenstelle auch zunehmend verringert hat. Hier wird das Problem ei- ner fehlenden Kommunikation zwischen Verwaltung und KSR deutlich.Es ist daher für die demokratische Teilhabe der Schüler*innen in unserem Kreis wichtig, dass die Verwaltung als hauptamtliche, dauerhafte Institution Strukturen aufbaut, die die schulisch bedingt, immer wechselnden KSR-Mitglieder nachhaltig einbindet und informiert.




