Bedrohte Feldhasen: Wir fordern bessere Lebensbedingungen in Vorpommern-Rügen
Die Bestände des Feldhasen in Vorpommern-Rügen sind weiterhin stark gefährdet. Seit 1991 steht die Art auf der Roten Liste, doch trotz dieser Einstufung hat sich die Situation in den letzten Jahren weiter verschlechtert. Intensive Landwirtschaft, Monokulturen und der Rückgang von Hecken, Brachen und Feldrändern rauben den Tieren zunehmend Lebensraum und Nahrung. Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag Vorpommern-Rügen und in der Bürgerschaft Stralsund fordern konkrete Maßnahmen, um den Feldhasen und anderen bedrohten Arten zu helfen.
Laut aktuellen Erhebungen ist die Population des Feldhasen in Mecklenburg-Vorpommern auf durchschnittlich sechs Tiere pro 100 Hektar gesunken – vor drei Jahren waren es noch sieben. Besonders alarmierend ist die Situation im Binnenland des Landkreises Vorpommern-Rügen: Hier leben teilweise nur noch zwei bis sechs Feldhasen pro 100 Hektar. Auf Rügen und in den Küstenbereichen entsprechen die Zahlen zumindest dem landesweiten Durchschnitt. „Sehenden Auges reduzieren sich die Bestände oder stagnieren auf niedrigem Niveau“, erklärt Dirk Niehaus, Vorsitzender der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen + Die Partei. „Die aktuelle Flächenbewirtschaftung bietet den Tieren kaum noch Rückzugsmöglichkeiten und ein stark eingeschränktes Nahrungsangebot. Hier muss dringend gegengesteuert werden.“
Die Grünen sehen sowohl den Landkreis als auch die Hansestadt Stralsund in der Pflicht. Als Untere Naturschutzbehörde kann der Landkreis gezielt Maßnahmen ergreifen, während Stralsund als Eigentümerin mehrerer tausend Hektar landwirtschaftlicher Flächen direkt Einfluss auf die Bewirtschaftung nehmen kann. Jürgen Suhr, Mitglied im Kreistag Vorpommern-Rügen und in der Stralsunder Bürgerschaft, betont: „Wir wollen das Thema sowohl im Landkreis als auch in der Bürgerschaft vorantreiben. Konkrete Schritte wären eine Umstrukturierung der Flächen, die Anlage von mehr Hecken und artenreichen Randstreifen. Das käme nicht nur dem Feldhasen zugute, sondern auch anderen bedrohten Arten.“
Die Grünen appellieren an Landwirte, Kommunen und die Landesregierung, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um die biologische Vielfalt in der Region zu erhalten. Eine naturnähere Bewirtschaftung liege im Interesse aller – nicht zuletzt, um die ökologische Balance in der Agrarlandschaft langfristig zu sichern.




