Die Begründung für unsere Anfrage:
Gemäß §3 Abs. 2 Satz 1 BrSchG MV ist der Landkreis zuständig für „den Betrieb einer Feuerwehrtechni- schen Zentrale zur Unterbringung, Pflege und Prüfung von Fahrzeugen, Geräten, auch des Digitalfunks, und Material sowie zur Durchführung von Ausbildungslehrgängen“. Auch im Bereich der Pflege und Reinigung von Einsatzkleidung werden Leistungen von der FTZ erbracht.
Sehr geehrter Herr Fraktionsvorsitzender Niehaus,
sehr geehrte Damen und Herren,
in vorbezeichneter Angelegenheit nehme ich Bezug auf die in der Anfrage gestellten Fragen und beantworte diese nachfolgend.
Der Landkreis Vorpommern-Rügen hat gemäß § 3 Abs. 2 Nr. 5 „…den Betrieb einer Feuerwehr technischen Zentrale zur Unterbringung, Pflege und Prüfung von Fahrzeugen, Geräten, auch des Digitalfunks, und Material sowie zur Durchführung von Ausbildungslehrgängen sicherzustellen…“.
Die Ausgestaltung, der genaue Umfang, das Leistungsportfolio, die Standortfrage(n), oder die Betriebsart wird bewusst nicht näher geregelt. Dass liegt in der Organisationshoheit des Landkreises.
Der Landkreis Vorpommern-Rügen unterhält zwei Standorte der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Klockenhagen und Bergen auf Rügen. Ergänzt werden die Leistungen über Tauschräume, verteilt über das gesamte Landkreisterritorium, i.d.R. in einem Umkreis von ca. 20 km sowie über Service-/Tour-Leistungen.
Betrieblich ist die pflichtige Aufgabe des Landkreises mittels öffentlich-rechtlichen Vertrages mit dem Kreisfeuerwehrverband geregelt im Sinne einer Auftragsverwaltung. Alle Leistungen der FTZ bis ins kleinste Detail hier darzustellen, würde zu umfangreich sein.
- Welche Leistungen bietet die FTZ an welchen Standorten im Bereich der Fahrzeugpflege und der Fahrzeugprüfung an? Bitte sämtliche Prüfungen mit Prüfnorm angeben?
Folgende Kernaufgaben seien genannt:
- Fahrzeugpflege (Reinigung/Waschmöglichkeiten)
o Klockenhagen: Waschmöglichkeit für Feuerwehrfahrzeuge (Hof-/Anlagenbereich)
o Bergen a. Rügen: Waschmöglichkeit für Feuerwehrfahrzeuge (Hof-/Anlagenbereich) - Fahrzeugprüfung/Feuerwehrtechnische Überprüfung (FTÜ)
o An beiden Standorten
o FTÜ an Feuerwehrfahrzeugen (ausgenommen Anhänger, MTW, ELW)
o Wesentliche Inhalte dabei:
o Prüfung/Statuskontrolle (Feuerwehrhaltegurte, Fangleinen, feuerwehrtechnische Beladung, Erste-Hilfe-Ausstattungen etc.)
o Umsetzung der verbindlichen Prüfnormen, z.B. für Leitern
- Mitwirkung HU/AU
o Fahrzeughalter, die Gemeinden sind generell selbst dafür verantwortlich bei
anerkannten Prüfstellen/Kfz-Werkstätten
o Bergen a. Rügen: organisatorische Unterstützung hierzu - Programmierung von Digitalfunk und Digitalen Meldeempfängern
- Welche Leistungen bietet die FTZ an welchen Standorten im Bereich der Gerätepflege und der Geräteprüfung an? Bitte sämtliche Prüfungen mit Prüfnorm angeben?
Beide Standorte:
- Masken, Lungenautomaten, Grundgeräte, Atemluftflaschen inkl. Schutzüberzüge, Gerätetausch nach Konzept
- Betrieb Atemschutzübungsanlage
- Pflege und Wartung Chemikalienschutzanzüge Reinigung, Trocknung, Lagerung, Reparatur
- Schlauchwesen (Waschen, Prüfen, Lagern, Reparatur inkl. neue Schlauchwaschanlage Druckschläuche – hydrostatische Prüfungen
- Persönliche Schutzausrüstung (PSA) – Reinigung Einsatzschutzbekleidung; zusätzlich auch am Tauschraum Grimmen (Wasch-/Trockner); Reinigung/Desinfektion – Einhaltung der Hygiene- und Arbeitsschutzanforderungen; FTZ stellt die Schwarz-/Weißtrennung sicher
- Leiterprüfung; zusätzlich am Tauschraum Grimmen Leiterprüfung nach Termin/Vorlauf
- Pflege/Prüfung Digitalfunk; Funkgeräteupdates + Erstprogrammierung
- Programmierstandort für Digitale Meldeempfänger; für Tauschstandort Grimmen eine weitere Programmierstation im Zulauf; zudem am Standort des FD 32 ebenfalls eine programmierstation für Digitale Meldeempfänger
- Welche Leistungen bietet die FTZ an welchen Standorten im Rahmen der Pflege und Prüfung des Digitalfunkes an?
Zur Beantwortung der Frage verweisen wir auf die Beantwortung in der Frage 2. - Welche Leistungen bietet die FTZ an welchen Standorten im Rahmen der Pflege und Prüfung von Material an?
Zur Beantwortung der Frage verweisen wir auf die Beantwortung in der Frage 2, zudem:
- Kreisreserve/Materialvorhaltung
- Logistische Aufgaben
- Ölsperren
- Katastrophenschutzlager an beiden Standorten
- Kreisreserven Sandsäcke (zusätzlich zu denen, die in den Gemeinden vorgehalten werden)
- Standort Bergen und Klockenhagen Fahrzeughallen des Katastrophenschutzes
Tauschraumkonzept dezentral in der Fläche des Landkreises: - Sieben Tauschräume
- 24/7 von den Feuerwehren nutzbar
- Scannerbetrieb für Nachweis der Tausche
- U.a. Atemschutz; Wäschesäcke (kontaminierte PSA); Schraubfilter; Ölbinder (Kleinst-
mengen); Schaummittel (Kleinstmengen) - Damit für Regeleinsätze jederzeit Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft für die
Feuerwehren gesichert werden
Bei größeren, langanhaltenden Einsätzen mit großem/größerem Materialbedarf Nutzung der Rufbereitschaft 24/7 der FTZ zur Materialzuführung an die Einsatzstellen.
5. Welche Ausbildungen bietet die FTZ bzw. der Landkreis an welchen Standorten an?
- Unterstützung bei der Kreisausbildung des Landkreises, z.B. durch Transport/Bereitstellung von Ausbildungsfahrzeugen und -material, Räume, Übungslogistik, Anleiterturm, Simulatoren, Atemschutzübungsanlagen an beiden Standorten
- Die konkreten Lehrgänge werden vom FD 32 als Jahresausbildungsplan mit den Kreisausbildern und Fachwarten, der Kreiswehrführung und den Mitarbeitern der FTZ-Standorte abgestimmt
- Der Jahresausbildungsplan liegt beim FD 32 vor und wird rechtzeitig den Gemeinden und Feuerwehren zur Verfügung gestellt
- Die Buchungen erfolgen über das System FOX112
- Da die FTZ-Standorte in Bergen auf Rügen und Klockenhagen stationiert sind, stellt sich die Frage, wie in unserem Flächenlandkreis insbesondere im sudöstlichen Teil eine flächendeckende Versorgung mit FTZ-Leistungen sichergestellt wird? (Nicht nur bezogen auf Reinigung, sondern auf alle vorher aufgezählten Punkte)
Die flächendeckende Versorgung wird über ein Mehrsäulenmodell umgesetzt:
- Zwei FTZ-Hauptstandorte mit Kerntechnik (Atemschutz; Schlauchpflege, FTÜ; Materialreserven etc.)
- Dezentrale Tauschräume (sieben Standorte mit 24/7-Zugang)
- Spezielle dezentrale Leistungen am Standort des Tauschraums in Grimmen
- In der Digitalen Alarmierung zusätzlich der Standort des FD 32 in Stralsund
- Einsatz-/Bereitschaftsdienst 24/7/365 Tage im Jahr zur lageabhängigen Versorgung an den Einsatzstellen bei großen/größeren Einsätzen
- Welche Leistungen werden dezentral angeboten?
- Siehe Beantwortung der vorherigen Fragen
- Service-Tour Gasmesstechnik (Dräger 2x monatlich) zur Überprüfung von Ein-/Mehrgasmessgeräten
- Wartungen/Programmierung/Funkein- und -umbau an Fahrzeugen und Geräten des Digitalfunks nach Auftrag durch Sachbearbeiter Digitalfunk des FD 32 für die Feuerwehren, den Katastrophenschutz und den Rettungsdienst
- Wie werden die Leistungen umgesetzt, um hohe Fahrwege der einzelnen ehrenamtlichen Feuerwehren zu vermeiden?
- Durch standardisierte Austauschlogistik (Tauschrumnutzung, Scannverfahren, 24/7-Zugänglichkeit derselben) statt Einzelanfahrten zu den FTZ-Standorten
- Bündelung von Prüf-/Pflegevorgängen (z.B. Schlauchwäsche + Druckprüfungen nach DIN; Atemschutztausch im Intervallkonzept; Tourmodelle (z.B. Gasmesstechnik) etc.
- Lagebezogene Logistik im Bereitschaftsdienst durch die FTZ
- Sind Veränderungen der Leistungen in Zukunft angedacht? Wenn ja, welche?
Das Leistungsspektrum der FTZ unterliegt einer ständigen Weiterentwicklung. Insbesondere angepasste/sich ändernde DIN-Normen und Prüfvorschriften werden in den Wartungen/Prüfungen und Intervallen etc. berücksichtigt und stetig fortgeschrieben.
Anpassungen ergeben sich üblicherweise aus:
- der Bedarfsentwicklung (Fahrzeug- und Gerätebestand),
- den Hersteller- und Normänderungen,
- den Logistikkonzepten (Tauschräume/Servicefahrten),
- der Personal- und Kapazitätslage
- kreislichen Einsatzkonzepten (z.B. im Katastrophenschutz, Wechselladefahrzeuge etc.)
Diese Anpassungen werden in den regelmäßigen Abstimmungen zwischen dem Fachdienst Integrierte Leitstelle, Bevölkerungs- und Brandschutz, der Kreiswehrführung und den Beschäftigten der FTZ besprochen und priorisiert. Letztendlich werden notwendige Veränderungen in den Haushaltsplanungen des FD 32 in den Aufwendungen und dem Finanzhaushalt abgebildet.
Für inhaltliche Fragen dieser Art bieten wir nach wie vor den fachlichen Austausch im Ausschuss für Prävention, Bevölkerungs- und Brandschutz an. In der Vergangenheit haben wir auch schon sehr häufig direkt an den Standorten der Feuerwehrtechnischen Zentralen getagt.
Die Mitarbeitenden der FTZ stehen gerne mit ihren Erfahrungen und Wissen zur Verfügung.
